ÿþ<html> <head><title>FolkWorld Artikel: Jüdische Musik</title></head> <body bgcolor="#FFF2E6" link="#DC143C" alink="#FF3300" vlink="#4B0082"> <p><font size=4 color="4169e1"><font FACE="Maiandra GD">FolkWorld</font> Ausgabe 35 02/2008; Artikel aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie </font> </p> <center> <p><b><font color="#ff0000" size="7">Jüdische Musik</font><br> <font color="#008000" size="3">Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie</font> </b></p> </center> <p><font size=4> <i>Zur Einstimmung auf den Länderschwerpunkt Israel beim TFF.Rudolstadt 2008:</i> Jüdische Musik erstreckt sich über einen Zeitraum von rund 3.000 Jahren, von der biblischen Periode bis zur Gründung des Staates Israel in die Gegenwart. Der historische Faktor ist die Diaspora. Durch ihre Zerstreuung kamen die Juden in Kontakt mit einer Vielzahl regionaler musikalischer Stile, Praktiken und Ideen. </font></p> <P><B>Jüdische Musik</B> ist die Musik des <A title=Juden href="http://de.wikipedia.org/wiki/Juden">jüdischen Volks</A> und erstreckt sich über einen Zeitraum von rund 3000 Jahren, von der <A title=Tanach href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tanach">biblischen Periode</A> über die <A title="Jüdische Diaspora" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jüdische_Diaspora">Diaspora</A> bis zur Gründung des Staates <A title=Israel href="http://de.wikipedia.org/wiki/Israel">Israel</A> in die Gegenwart. Sie umfasst sowohl <A title="Geistliche Musik" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geistliche_Musik">religiöse</A> als auch <A class=new title="Weltliche Musik" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Weltliche_Musik&amp;action=edit">weltliche Musik</A>. Dieser Artikel behandelt hauptsächlich die religiös geprägte Musik, weitere Angaben zu weltlicher jüdischer Musik finden sich unter <A title=Klezmer href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klezmer">Klezmer</A>. Die Texte der religiösen jüdischen Musik sind zum größten Teil in <A title="Hebräische Sprache" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hebr%C3%A4ische_Sprache">hebräischer Sprache</A>, in geringem Ausmaß auch in <A title="Aramäische Sprache" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aram%C3%A4ische_Sprache">aramäisch</A> verfasst (siehe dazu <A title=Kaddisch href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kaddisch">Kaddisch</A> und <A title="Kol Nidre" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kol_Nidre">Kol Nidre</A>); diejenigen der weltlichen Musik hingegen meist in der jüdischen Umgangssprache (<A title="Sephardische Sprache" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sephardische_Sprache">Ladino</A> bzw. <A title=Jiddisch href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jiddisch">Jiddisch</A>) oder auch in der <A title=Landessprache href="http://de.wikipedia.org/wiki/Landessprache">Landessprache</A>. - Der Aufbau dieses Artikels folgt im wesentlichen der Vorlage der <A title="Encyclopaedia Judaica" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Encyclopaedia_Judaica">Encyclopaedia Judaica</A><SUP class=reference id=_ref-0><A title="" href="#_note-0">[1]</A></SUP>.</P> <P><A id=Einf.C3.BChrung name=Einf.C3.BChrung></A></P> <H2><SPAN class=mw-headline>Einführung</SPAN></H2> <P><A title="Curt Sachs" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Curt_Sachs">Curt Sachs</A> hat in seiner Eröffnungsrede zum ersten internationalen Kongress jüdischer Musik in Paris 1957 die jüdische Musik wie folgt definiert:  Jüdische Musik ist diejenige Musik, die von Juden für Juden als Juden gemacht wurde . <SUP class=reference id=_ref-1><A title="" href="#_note-1">[2]</A></SUP>In einer solchen funktionalen Definition werden die Bereiche von Beschreibung, Analyse und daraus zu ziehenden Folgerungen offen gelassen.</P> <P>Wie bei allen anderen Nationen und Kulturen wird auch die jüdische Musik durch ihren Ursprung bestimmt und durch geschichtliche Eigenarten modifiziert. <img src="../p/yidlfidl.jpg" width=294 height=221 VSPACE=10 HSPACE=10 alt="Yidl Mitn Fidl" align=right> Im Ursprung gelten dieselben Prinzipien, die bei allen Abkömmlingen der nahöstlichen <A title="Hochkultur (Geschichtswissenschaft)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hochkultur_(Geschichtswissenschaft)">Hochkulturen</A> gewirkt haben. Die Musik selbst wird durch <A title="Mündliche Überlieferung" href="http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCndliche_%C3%9Cberlieferung">mündliche Überlieferung</A> geschaffen, ausgeführt und weitergegeben. Die Praxis steht im Rahmen von religiösen und literarischen Überlieferungen, die ihrerseits schriftlich festgelegt sind.</P> <P>Der historische Faktor der jüdischen Musik ist die <A title="Jüdische Diaspora" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jüdische_Diaspora">Diaspora</A>. Durch ihre Zerstreuung kamen die Juden in Kontakt mit einer Vielzahl regionaler musikalischer Stile, Praktiken und Ideen. Einige davon entsprachen eher ihrer eigenen Überlieferung (z.&nbsp;B. im Nahen Osten und rund ums Mittelmeer), andere unterschieden sich davon grundsätzlich (beispielsweise im Europa nördlich der Alpen und der Pyrenäen).</P> <P>Die Frage der <A title="Notation (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Notation_(Musik)">musikalischen Notation</A> verdeutlicht die spezifisch jüdische Problematik. Einerseits entwickelte das Judentum niemals ein Notensystem im europäischen Sinne (ein Ton = ein Symbol). Auch das europäische Judentum übernahm das Notensystem der umgebenden Kultur nur in einigen Gemeinden während bestimmter Perioden, und nur für gewisse Bereiche der musikalischen Tätigkeit. Andererseits dienen die <A title=Teamim href="http://de.wikipedia.org/wiki/Teamim">Teamim</A> weltweit als Indikatoren für gewisse melodische Motive zur Festlegung der <A title=Kantillation href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kantillation">Kantillation</A> der biblischen Texte. Der melodische Inhalt dieser Kantillation ist hingegen von Ort zu Ort verschieden und wird ausschließlich mündlich überliefert. Die <A title=Syntaktisch href="http://de.wikipedia.org/wiki/Syntaktisch">syntaktischen</A> und grammatischen Funktionen, welche ebenfalls durch die Teamim festgelegt werden, sind mindestens gleich alt wie die melodischen Traditionen und ihrerseits in schriftlich überlieferten Doktrinen (<A title=Halacha href="http://de.wikipedia.org/wiki/Halacha">Halacha</A>) und Diskussionen festgelegt.</P> <P><A id=Biblische_Periode name=Biblische_Periode></A></P> <H2><SPAN class=mw-headline>Biblische Periode</SPAN></H2> <P>Die Bibel ist die wichtigste und reichste Quelle für das Wissen über das musikalische Leben im alten Israel bis zur Rückkehr aus der <A title="Babylonische Gefangenschaft" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Babylonische_Gefangenschaft">Babylonischen Gefangenschaft</A>. Sie wird durch mehrere Zusatzquellen ergänzt: archäologische Funde von Musikinstrumenten und von Abbildungen musikalischer Szenen, vergleichbares Material aus benachbarten Kulturen sowie nachbiblische Quellen wie die Schriften von <A title="Philon von Alexandria" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Philon_von_Alexandria">Philo</A>, <A title="Flavius Josephus" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flavius_Josephus">Flavius Josephus</A>, die <A title=Apokryphen href="http://de.wikipedia.org/wiki/Apokryphen">Apokryphen</A> und die <A title=Mischna href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mischna">Mischna</A>. <SUP class=reference id=_ref-2><A title="" href="#_note-2">[3]</A></SUP></P> <P>Nach der Rückkehr aus Babylon erhielt Musik als sakrale Kunst und als künstlerisch sakrale Handlung einen bedeutenden Platz in der Organisation des <A title="Israelitischer Tempel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Israelitischer_Tempel">Tempeldienstes</A>. Der <A title="Buch der Psalmen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Buch_der_Psalmen">Psalm 137</A> <A title="Rivers Of Babylon" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rivers_Of_Babylon">An den Flüssen Babylons</A> beschreibt keine abstrakte Personifizierung, sondern <A title=Leviten href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leviten">levitische</A> Sänger, die im Dienste ihrer Eroberer das Lob der assyrischen und babylonischen Könige singen mussten. So wurden Hof- und Tempelorchester in <A title=Mesopotamien href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mesopotamien">Mesopotamien</A> zum Prototyp der Tempelmusik, die nach der Rückkehr der Juden in <A title=Jerusalem href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jerusalem">Jerusalem</A> errichtet wurde.</P> <P>Als die Bundeslade nach Jerusalem hinaufzog, tanzten David und das Volk mit aller Macht vor Jahwe her unter Gesängen. In der Bibelstelle werden <I>Zithern, Harfen, Pauken, Schellen und Zimbeln</I> (2 Sam 6,5-14) als Instrumente erwähnt. <img src="../p/schofar.jpg" width=400 height=132 VSPACE=10 HSPACE=10 alt="Schofar im jemenitischen Stil" align=right> Und wenn eine festliche Prozession war, dann schritten die Sänger voran, hinter ihnen die Saitenspieler, inmitten paukenschlagender Jungfrauen (Ps 68,26). Zum zentralen Element des Gottesdienstes gehörte die Musik; in ihr fand die festliche Stimmung ihren fröhlichen Ausdruck. Nach und nach wurde im Tempel zu Jerusalem eine ständige Tempelmusik eingerichtet, die am Sabbat, Neumond, jüdischen Festen und beim täglichen Opfer ihren Dienst zu verrichten hatte (Ps 150,3-6).</P> <P>An erster Stelle stand das <I>Bläserkorps der Priester</I> (2 Chron 5,12). Sie hatten mit der hellen silbernen Trompete den Anbruch der Feste von der Zinne des Tempels herab zu verkünden, Signale bei den einzelnen Festakten zu geben, alle Arten von Opfern mit Trompetenstößen zu begleiten, damit Gott seines Volkes gedenke (Num 10,2; 31,6). Mit der großen Posaune (Schofar), die einen dunkeln, starken Ton hatte, bliesen das Korps an Neujahr (Lev 23,24).</P> <P>Weiter wird ein <I>Sängerkorps</I> und das <I>Instrumentalkorps der niederen Kleriker</I> erwähnt. Über sie berichtet uns der Chronist mit großer Liebe; er nennt sie gottbegeisterte Leute (1 Chr 25,1) Ihre Bedeutung wuchs immer mehr, so dass sie schließlich das Recht erhielten, das priesterliche <A title=Byssus href="http://de.wikipedia.org/wiki/Byssus">Byssuskleid</A> zu tragen (2 Cr. 5,12). Sie gliederten sich in drei Geschlechter mit den Namen Asaf, Heman und Etan und wurden für den Dienst in 24 Dienstklassen eingeteilt (1 Chron 15,19; 25). Sie hatten auf dem heiligen Platz ihre besondere Aufstellung auf einer Tribüne östlich vom Brandopferaltar. Prächtig war es, wenn sie mit Jubel, Danksagung und Gesang, mit Zimbeln, Harfen und Zithern ihren musikalischen Dienst verrichteten (Neh 12,27). Der Vorsänger stimmte an (Neh 11;17), der Chor nahm die Worte auf und respondierte. Besonders liebte man den Wechselgesang der Chöre; so ließ <A title=Nehemia href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nehemia">Nehemia</A> beim Fest der Mauerweihe zwei große Sängerchöre zum Tempelberg hinaufziehen und am Haus Gottes sich aufstellen (Neh 12,27). Alle Sänger sangen einstimmig (2 Chron 5,13).</P> <P><A id=Liste_der_in_der_Bibel_erw.C3.A4hnten_Instrumente name=Liste_der_in_der_Bibel_erw.C3.A4hnten_Instrumente></A></P> <H3><SPAN class=mw-headline>Liste der in der Bibel erwähnten Instrumente</SPAN></H3> <P><SUP class=reference id=_ref-3><A title="" href="#_note-3">[4]</A></SUP></P> <img src="../p/titus.jpg" width=407 height=220 VSPACE=10 HSPACE=10 alt="Relief des Titusbogens mit 2 Hazozras" align=right> <OL> <LI><I>Asor</I>, siehe unten bei <I>Newel</I>. <LI><I>Halil</I>, <A title=Blasinstrument href="http://de.wikipedia.org/wiki/Blasinstrument">Blasinstrument</A> mit zwei Pfeifen, wahrscheinlich einer Melodiepfeife und einer Brummpfeife. Das <A title=Instrumentenmundstück href="http://de.wikipedia.org/wiki/Instrumentenmundstück">Instrumentenmundstück</A> war wahrscheinlich wie bei der <A title=Klarinette href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klarinette">Klarinette</A> mit einfachem Rohrblatt ausgestattet. Das Instrument wurde bei Freude- und Trauerzeremonien verwendet. <LI><I><A title=Chazozra href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chazozra">Hazozra</A></I>, <A title=Trompete href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trompete">Trompete</A>, aus kostbarem Metall, normalerweise aus Silber hergestellt. Es wurde von Priestern bei Opfer- und Krönungszeremonien verwendet. <LI><I>Kaitros/Katros</I>, siehe unten bei <I>Danielische Instrumente</I>. <LI><I>Keren</I>, aramäisch <I>Karna</I>, siehe unten bei <I>Schofar</I>. <LI><I>Kinnor</I>. Ein <A title=Saiteninstrument href="http://de.wikipedia.org/wiki/Saiteninstrument">Saiteninstrument</A> aus der Familie der <A title="Lyra (Zupfinstrument)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lyra_(Zupfinstrument)">Leiern</A>. Der kanaanitische Typus des Instruments, der bestimmt auch von den Israeliten verwendet wurde, ist asymmetrisch. Das Instrument hatte wahrscheinlich eine Durchschnittshöhe von 50 60 cm und war von der Tonhöhe her im <A title="Alt (Stimmlage)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alt_(Stimmlage)">Altbereich</A> angesiedelt, wie Funde aus Ägypten zeigen (wo die Form und auch der Name des Instruments von den benachbarten Semiten übernommen wurde). <I>Kinnor</I> wurde zum Hauptinstrument im Orchester des zweiten Tempels. Es wurde von <A title="König David" href="http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nig_David">König David</A> gespielt und war deshalb bei den Leviten hoch angesehen. Laut Flavius Josephus hatte es zehn Saiten und wurde mit einem <A title=Plektrum href="http://de.wikipedia.org/wiki/Plektrum">Plektrum</A> gespielt. <LI><I>Maschrokita</I>, siehe unten bei <I>Danielische Instrumente</I>. <LI><I>Mena'an'im</I>, ein <A title=Rassel href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rassel">Rasselinstrument</A>, das nur einmal bei der Beschreibung des Transports der Bundeslade nach Jerusalem erwähnt wird (2. Buch Samuel 6,5) und an anderer Stelle (1. Buch der Chronik 13,8) unter dem Namen <I>Meziltajim</I> (siehe unten) erscheint. Nach dem 7. vorchristlichen Jahrhundert verschwanden diese Rasseln und wurden durch die neu erfundene Metallglocke ersetzt (siehe unten <I>Pa'amon</I>). <LI><I>Meziltajim, Zilzalim, Mezillot</I>. Die beiden ersten Formen stehen wahrscheinlich für <A class=new title="Zimbel (Schlaginstrument)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Zimbel_%28Schlaginstrument%29&amp;action=edit">Zimbeln</A>. Die in Ausgrabungen gefunden Zimbeln waren plattenförmig und aus Bronze hergestellt, mit einem durchschnittlichen Durchmesser von 12 cm. Sie wurden von den Leviten im Tempeldienst verwendet. <I>Mezillot</I> werden in <A title=Secharja href="http://de.wikipedia.org/wiki/Secharja">Secharja</A> 14, 20 als Glöckchen erwähnt, die Pferden umgehängt werden. Sie entsprechen wahrscheinlich den Metallglöckchen, die auf <A title=Assyrer href="http://de.wikipedia.org/wiki/Assyrer">assyrischen</A> Reliefs zu sehen sind. <LI><I>Minnim</I>, ein unklarer Begriff, wahrscheinlich ein Saiteninstrument. <LI><I>Newel</I>, eine Art Leier, vielleicht ursprünglich aus <A title=Kleinasien href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kleinasien">Kleinasien</A>, größer als der verwandte <I>Kinnor</I> und deshalb mit tieferem Ton. Laut Flavius Josephus hatte es 12 Saiten und wurde mit den Fingern gezupft. Es war das zweitwichtigste Instrument im Tempelorchester. Gemäß der Mischna bestanden die Saiten aus Schafdärmen. <I>Newel asor</I>, oder in der Kurzform <I>Asor</I>, war vermutlich eine kleinere Form von <I>Newel</I> mit nur zehn Saiten. <LI><I>Pa'amon</I> werden in <A title="Auszug aus Ägypten" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Auszug_aus_Ägypten">Exodus</A> und bei Flavius Josephus erwähnt. Sie gehörten zur Bekleidung des Hohepriesters, die Bedeutung ist <A title=Glocke href="http://de.wikipedia.org/wiki/Glocke">Glocke</A>. Die in Palästina gefunden Glocken sind klein, bestehen aus Bronze und haben einen eisernen Klöppel. <LI><I>Psanterin</I> und <I>Sabchal</I>, siehe unten bei <I>Danielische Instrumente</I>. <LI><I>Schalischim</I>, nur im 1. Buch Samuel 18, 6-7, als Instrument erwähnt, das von Frauen gespielt wird. In Analogie mit einem <A title=Ugarit href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ugarit">ugaritischen</A> Wort für Metall könnte es sich um Zimbeln handeln. <LI><I><A title=Schofar href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schofar">Schofar</A></I>, siehe dort. <LI><I>Sumponia</I>, siehe unten bei <I>Danielische Instrumente</I>. <LI><I>Tof</I>, ein rundes <A title=Tamburin href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tamburin">Tamburin</A>, wird mit Tanz in Verbindung gebracht und oftmals von Frauen gespielt. <LI><I>Ugaw</I>, immer noch unklar, wahrscheinlich aber kein Blasinstrument gemäß mittelalterlicher <A title="Biblische Exegese" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Biblische_Exegese">Exegese</A>. Vielleicht handelt es sich um die Harfe, die wie die <A title=Laute href="http://de.wikipedia.org/wiki/Laute">Laute</A> (<I>Minnim</I>?) niemals zum kanaanitischen und israelitischen Instrumentarium gehörte. <LI><I>Danielische Instrumente</I>. <A title="Buch Daniel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Buch_Daniel">Buch Daniel</A> 3, 5 beschreibt auf <A title="Aramäische Sprache" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hebr%C3%A4ische_Sprache">aramäisch</A> ein Orchester am Hofe des <A title=Babylon href="http://de.wikipedia.org/wiki/Babylon">babylonischen</A> Königs. Es enthält folgende Instrumente: <I>Karna, Maschrokita, Kaitros, Sabbcha, Psanterin, Sumponia</I> sowie <I>allerlei Arten von Instrumenten</I>. <I>Karna</I> ist ein Horn, und <I>Kaitros, Sabbcha</I> und <I>Psanterin</I> sind aramaisierte Formen der griechischen Wörter <A title=Kithara href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kithara">Kithara</A>, <I>Sambyke</I> und <I>Psalterion</I> (für die beiden letzteren siehe <A title=Harfe href="http://de.wikipedia.org/wiki/Harfe">Harfe</A>). <I>Maschrokita</I> ist ein Pfeifinstrument, und <I>Sumponia</I> entspricht dem griechischen Begriff <A title=Sinfonie href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sinfonie">Symphonie</A>, wörtlich  Zusammenklang . Sehr wahrscheinlich bedeutet dieser Ausdruck gar kein Musikinstrument, sondern beschreibt das Zusammenklingen der vorher erwähnten Instrumente, was durch den Zusatz <I>allerlei Arten von Instrumenten</I> noch verstärkt würde. <SUP class=reference id=_ref-4><A title="" href="#_note-4">[5]</A></SUP> </LI></OL> <P><A id=Die_Entstehung_des_synagogalen_Gesangs name=Die_Entstehung_des_synagogalen_Gesangs></A></P> <H2><SPAN class=mw-headline>Die Entstehung des synagogalen Gesangs</SPAN></H2> <P>Die Zerstörung des <A title="Herodianischer Tempel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Herodianischer_Tempel">Tempels</A> zu Jerusalem im Jahre <A title=70 href="http://de.wikipedia.org/wiki/70">70</A> erforderte eine vollständige Neuausrichtung im religiösen, liturgischen und geistigen Bereich. Die Abschaffung des Tempeldienstes bedeutete ein abruptes Ende der durch Leviten ausgeführten Instrumentalmusik. Das Verbot des Gebrauchs von Instrumenten in der <A title=Synagoge href="http://de.wikipedia.org/wiki/Synagoge">Synagoge</A> hat sich mit wenigen Ausnahmen bis in die heutige Zeit erhalten. Da die musikalischen Traditionen der Leviten und ihre beruflichen Regeln ausschließlich mündlich überliefert wurden, sind davon keine Spuren erhalten geblieben. Der synagogale Gesang war demnach ein Neubeginn in jeglicher Beziehung&nbsp; vor allem auch hinsichtlich der geistigen Grundlage. Das <A title=Gebet href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gebet">Gebet</A> übernahm von nun an die Rolle des <A title="Opfer (Religion)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Opfer_(Religion)">Opferdienstes</A>, um <A title=Vergebung href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vergebung">Vergebung</A> und <A title=Gnade href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gnade">Gnade</A> Gottes zu erlangen. Es musste in der Lage sein, einen weiten Bereich menschlicher Gefühle auszudrücken: Freude, Dankbarkeit und Lob sowie Flehen, Sündenbewusstsein und Zerknirschung.</P> <P>In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten herrschte in den verschiedenen jüdischen Gemeinden im <A title="Naher Osten" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Naher_Osten">Nahen Osten</A> eine große stilistische Einheit bei der Rezitation der Psalmen und weiterer biblischer Bücher. Derselbe Rezitationsstil findet sich auch in den ältesten Traditionen der <A title=Katholisch href="http://de.wikipedia.org/wiki/Katholisch">katholischen</A>, <A title="Orthodoxe Kirche" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Orthodoxe_Kirche">orthodoxen</A> und <A title="Syrische Kirche" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Syrische_Kirche">syrischen</A> Kirchen. Da ein enger Kontakt zwischen den christlichen Glaubensrichtungen nur zu einem sehr frühen Zeitpunkt bestand, müssen die gesanglichen Strukturen vom <A title=Christentum href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christentum">Christentum</A> zusammen mit den <A title="Biblischer Kanon" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Biblischer_Kanon">Heiligen Schriften</A> selbst übernommen worden sein.</P> <P>Der <A title=Pentateuch href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pentateuch">Pentateuch</A> und Ausschnitte aus den <A title="Nevi'im" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nevi'im">Propheten</A> werden im synagogalen <A title=Gottesdienst href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gottesdienst">Gottesdienst</A> regelmäßig vorgetragen, während die anderen biblischen Bücher für gewisse <A title="Jüdische Feste" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jüdische_Feste">Festtage</A> vorbehalten sind. Es ist für die Synagoge charakteristisch, dass der biblische Text niemals vorgelesen bzw. deklamiert wird, sondern stets mit musikalischen Akzenten (<A title=Teamim href="http://de.wikipedia.org/wiki/Teamim">Teamim</A>) und <A title="Kadenz (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kadenz_(Musik)">Kadenzen</A> versehen wird. Der <A title="Hieronymus (Kirchenvater)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hieronymus_(Kirchenvater)">Kirchenvater Hieronymus</A> bezeugt diese Praxis um das Jahr 400 mit den Worten: <I>decantant divina mandata</I>:  sie (die Juden) singen die göttlichen Gebote <SUP class=reference id=_ref-5><A title="" href="#_note-5">[6]</A></SUP>.</P> <P>In der <A title=Talmud href="http://de.wikipedia.org/wiki/Talmud">talmudischen</A> Zeit wurden die musikalischen Akzente ausschließlich mündlich überliefert, und zwar durch die Praxis der <I>Chironomie</I>: Hand- und Fingerbewegungen zum Anzeigen der verschiedenen Kadenzen. Die Chironomie war schon von Sängern im <A title="Altes Ägypten" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Altes_%C3%84gypten">alten Ägypten</A> ausgeübt worden und wurde später auch von den <A title="Byzantinisches Reich" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich">Byzantinern</A> übernommen. Bis vor kurzem wurde diese Überlieferung in <A title=Italien href="http://de.wikipedia.org/wiki/Italien">Italien</A> und <A title=Jemen href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jemen">Jemen</A> gepflegt. In der zweiten Hälfte des ersten christlichen Jahrtausends wurden von den <A title=Masoreten href="http://de.wikipedia.org/wiki/Masoreten">Masoreten</A> nach und nach schriftliche Akzente eingeführt. Einige Gemeinden, vor allem jemenitischer und <A title=Buchara href="http://de.wikipedia.org/wiki/Buchara">bucharischer</A> Herkunft, verzichten bis heute auf schriftliche Anweisungen zum Vortrag des Bibeltextes und tragen die Bibel in einer sehr einfachen Weise vor, indem sie ausschließlich <A title=Psalmodie href="http://de.wikipedia.org/wiki/Psalmodie">psalmodische</A> Kadenzen verwenden. Die Beschränkung des biblischen Vorsingens auf einen kleinen Notenbereich und beschränkte <A title="Verzierung (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verzierung_(Musik)">Verzierungen</A> ist beabsichtigt und dient der verschärften Wahrnehmung des Wortes. Curt Sachs nennt diese Art von Musik <I>logogenisch</I>: sie entsteht aus dem Wort und dient dem Wort. <SUP class=reference id=_ref-6><A title="" href="#_note-6">[7]</A></SUP></P> <P><A id=Teamim_und_Neumen name=Teamim_und_Neumen></A></P> <H3><SPAN class=mw-headline>Teamim und Neumen</SPAN></H3> <P>Am Rande einiger <A title="Schriftrollen vom Toten Meer" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schriftrollen_vom_Toten_Meer">Schriftrollen vom Toten Meer</A> (<A title=Jesaja href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jesaja">Jesaja</A>-Manuskript und Kommentar zu <A title=Habakuk href="http://de.wikipedia.org/wiki/Habakuk">Habakuk</A>) stehen unübliche Zeichen, die von den Teamim im <A title="Masoretischer Text" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Masoretischer_Text">masoretischen Text</A> abweichen. In römischen, syrischen und <A title="Armenische Apostolische Kirche" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Armenische_Apostolische_Kirche">armenischen</A> <A title=Neume href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neume">Neumen</A> finden sich dazu keine Parallelen, wohl aber in gewissen  paläo-byzantinischen Neumen, die in frühen byzantinischen und <A title=Altkirchenslawisch href="http://de.wikipedia.org/wiki/Altkirchenslawisch">altkirchenslawischen</A> Manuskripten gefunden wurden. Diese Neumen gehören zur <I>Kontakia-Notation</I>, die im 5. bis 7. Jahrhundert zur Niederschrift des byzantinischen Hymnentypus Kontakion (Mehrzahl Kontakia) verwendet wurde (siehe dazu <A title="Romanos Melodos" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Romanos_Melodos">Romanos Melodos</A>). Der Einfluss syrischer und hebräischer Poesie auf die Kontakia ist bekannt. Die Neumennotation selbst wurde noch im 9. und 10. Jahrhundert in Byzanz verwendet, und ihre ursprünglichen Formen sind auch in den ältesten kirchenslawischen Manuskripten zu finden. <SUP class=reference id=_ref-7><A title="" href="#_note-7">[8]</A></SUP></P> <P><A id=Musik_in_der_mittelalterlichen_Diaspora name=Musik_in_der_mittelalterlichen_Diaspora></A></P> <H2><SPAN class=mw-headline>Musik in der mittelalterlichen Diaspora</SPAN></H2> <P>Der Beginn einer neuen Periode in der jüdischen Musik kann um die Mitte des <A title="10. Jahrhundert" href="http://de.wikipedia.org/wiki/10._Jahrhundert">10. Jahrhunderts</A> angesetzt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Akzentsystem des biblischen Textes abgeschlossen. Musik wurde zu einem Thema der philosophischen Betrachtung, und die Poesie erhielt durch die Einführung des musikalischen <A title="Metrum (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Metrum_(Musik)">Metrums</A> und der damit verbundenen ästhetischen Werte einen neuen Charakter. Gleichzeitig ereigneten sich wichtige politische Änderungen. <img src="../p/susskind.jpg" width=230 height=322 VSPACE=10 HSPACE=10 alt="Süßkind von Trimberg, Codex Manesse, 14. Jhd." align=right> Die Eroberung und Einigung der nahöstlichen Länder durch den <A title=Islam href="http://de.wikipedia.org/wiki/Islam">Islam</A> führte die lokalen jüdischen Gemeinden in eine Welt der relativen Freiheit und Offenheit. Die Juden hatten die Möglichkeit, sich in die allgemein herrschende Kultur zu integrieren, mussten aber dafür ihre administrative Autonomie aufgeben. Die religiöse Herrschaft der babylonischen Akademien kam zu einem Ende, und die zerstreuten jüdischen Gemeinden mussten ihre Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen.</P> <P>Der Begriff des <A title=Chasan href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chasan">Chasan</A> geht auf die Zeit des Römischen Reiches zurück und bezeichnete zunächst den Vertreter des <I>Archisynagogos</I>, d.&nbsp;h. des Leiters einer jüdischen Gemeinde. Dies war eine ehrenvolle Funktion: im <A title="Codex Theodosianus" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Codex_Theodosianus">Codex Theodosianus</A> von 438 wurden seine Inhaber von Steuern befreit, und Papst <A title="Gregor I. (Papst)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gregor_I._(Papst)">Gregor der Große</A> bestätigte diese Bestimmung im Jahre 600. Im rein musikalischen Bereich, im Sinne eines <A title=Kantor href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kantor">Vorbeters</A>, wird  Chasan etwa seit dem <A title="9. Jahrhundert" href="http://de.wikipedia.org/wiki/9._Jahrhundert">9. Jahrhundert</A> verwendet. Die Funktion des Vorbeters im jüdischen Gottesdienst wurde vom Vater auf den Sohn übertragen. Zu dieser Zeit musste ein Chasan auch in der Lage sein, <A title=Pijjut href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pijjut">Pijjutim</A>, d.&nbsp;h. <A title=Hymne href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hymne">Hymnen</A>, zu schreiben und zu vertonen. Die enge Verbindung zwischen <I>Chasanut</I>, d.&nbsp;h. der Kunst des Vorbetens, und Pijjutim erscheint in einigen Briefen, die sich aus der <A title=Genisa href="http://de.wikipedia.org/wiki/Genisa">Genisa</A> in <A title=Kairo href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kairo">Kairo</A> erhalten haben <SUP class=reference id=_ref-8><A title="" href="#_note-8">[9]</A></SUP>. Da die Gemeinden im mittelalterlichen Ägypten stets neue Hymnen zu hören wünschten, führte dies dazu, dass die Vorbeter ihre Pijjutim untereinander austauschten, sie insgeheim von Kollegen abschrieben und darüber eine internationale Korrespondenz führten, die bis <A title=Marseille href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marseille">Marseille</A> reichte.</P> <P>Der Begriff <I>musika</I> taucht erst im 10. Jahrhundert im hebräischen Sprachgebrauch auf, und zwar in der arabisierten Form <I>mks+k+</I>. Er bezeichnete das Konzept der Wissenschaft der Musik bzw. der <A title=Musiktheorie href="http://de.wikipedia.org/wiki/Musiktheorie">Musiktheorie</A>. Dieser Wissenschaftszweig gilt als der vierte im klassischen <A title=Quadrivium href="http://de.wikipedia.org/wiki/Quadrivium">Quadrivium</A>. Er wird von <A title="Dunasch ibn Tamim" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dunasch_ibn_Tamim">Dunasch ibn Tamim</A> (890 ca. 956), einem jüdischen <A title=Sprachwissenschaft href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sprachwissenschaft">Sprachwissenschaftler</A> und <A title=Astronom href="http://de.wikipedia.org/wiki/Astronom">Astronomen</A> aus <A title=Kairouan href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kairouan">Kairouan</A>, als  die vorzüglichste und letzte der <A title=Propädeutik href="http://de.wikipedia.org/wiki/Prop%C3%A4deutik">propädeutischen</A> Disziplinen bezeichnet. <SUP class=reference id=_ref-9><A title="" href="#_note-9">[10]</A></SUP></P> <P>In der Mitte des 10. Jahrhunderts führte Dunasch ben Labrat, ein Schüler von <A title="Saadia Gaon" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Saadia_Gaon">Saadia Gaon</A>, das musikalische Metrum in die hebräische Poesie ein. Die arabischen Dichter hatten die <A title="Metrum (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Metrum_(Musik)">Metrik</A> der alten <A title=Griechen href="http://de.wikipedia.org/wiki/Griechen">Griechen</A>, die auf zeitlich festgelegten Silbenlängen beruht, schon im <A title="8. Jahrhundert" href="http://de.wikipedia.org/wiki/8._Jahrhundert">8. Jahrhundert</A> übernommen, doch im Unterschied zum <A title="Arabische Sprache" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arabische_Sprache">Arabischen</A> kennt die <A title="Hebräische Sprache" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hebr%C3%A4ische_Sprache">hebräische Sprache</A> keinen Unterschied zwischen kurzen und langen <A title=Vokal href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vokal">Vokalen</A>. Die Sänger mussten demnach zwischen den verschiedenen Wortakzenten eine gewisse Anzahl Silben einfügen.</P> <P>Schon zu Zeiten des <A title="Römisches Reich" href="http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Reich">Römischen Reiches</A> hatten sich Juden den <A title="Fahrendes Volk" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fahrendes_Volk">Spielleuten</A> (<I>ludarii</I>) angeschlossen, denen Musiker jeglicher Herkunft beitreten konnten. Da die <A title=Gaukler href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gaukler">Gaukler</A> und Vaganten in jedem Fall eine <A title="Soziale Randgruppe" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Randgruppe">soziale Randgruppe</A> darstellten, war ihre jüdische Herkunft kein Hindernis, um bei einem islamischen <A title=Kalif href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kalif">Kalifen</A> oder <A title=Emir href="http://de.wikipedia.org/wiki/Emir">Emir</A>, einem christlichen <A title=König href="http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nig">König</A>, <A title=Bischof href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bischof">Bischof</A> oder <A title=Ritter href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ritter">Ritter</A> als Hofmusiker zu dienen. Diese jüdischen Musiker schrieben ihre Lieder in der Landessprache. <A title="Süßkind von Trimberg" href="http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BC%C3%9Fkind_von_Trimberg">Süßkind von Trimberg</A>, ein <A title=Sangspruch href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sangspruch">Spruchdichter</A> aus dem 13. Jahrhundert, hielt sich wahrscheinlich am Hofe des <A title="Bistum Würzburg" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bistum_W%C3%BCrzburg">Bischofs von Würzburg</A> auf.</P> <P><A id=Wanderungen_und_Mischung_musikalischer_Stile_.28um_1500.E2.80.931800.29 name=Wanderungen_und_Mischung_musikalischer_Stile_.28um_1500.E2.80.931800.29></A></P> <H2><SPAN class=mw-headline>Wanderungen und Mischung musikalischer Stile (um 1500 1800)</SPAN></H2> <P><A id=Sephardische_Juden_im_Orient_und_Okzident name=Sephardische_Juden_im_Orient_und_Okzident></A></P> <H3><SPAN class=mw-headline>Sephardische Juden im Orient und Okzident</SPAN></H3> <img src="../p/delacroix.jpg" width=410 height=300 VSPACE=10 HSPACE=10 alt="Eugene Delacroix, Jüdische Hochzeit in Marokko, 1837-41" align=right> <P><A title=1492 href="http://de.wikipedia.org/wiki/1492">1492</A> wurden die <A title=Sephardim href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sephardim">Sephardim</A> aus <A title=Spanien href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spanien">Spanien</A> vertrieben, sechs Jahre später aus <A title=Portugal href="http://de.wikipedia.org/wiki/Portugal">Portugal</A>. Viele von ihnen emigrierten in den Herrschaftsbereich des <A title="Ottomanisches Reich" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ottomanisches_Reich">Ottomanischen Reiches</A>. <A title=Safed href="http://de.wikipedia.org/wiki/Safed">Safed</A> wurde zu einem Zentrum der <A title=Mystik href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mystik">mystischen</A> Bewegung (<A title=Kabbala href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kabbala">Kabbala</A>) unter der geistigen Führung von <A title="Isaak Luria" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Isaak_Luria">Isaak Luria</A>. Mit dem Hymnus <I><A title="Lecha dodi" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lecha_dodi">Lecha dodi</A></I> ( Geh, mein Freund, der Braut entgegen ), der von sechs einleitenden Psalmen  entsprechend den sechs <A title=Werktag href="http://de.wikipedia.org/wiki/Werktag">Werktagen</A>  und zwei abschließenden Psalmen umrahmt wird, legten die Kabbalisten in Safed den <A title=Ritus href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ritus">Ritus</A> des Freitagabendgottesdienstes (<I>Kabbalat Schabbat</I>) fest, an welchem bis heute in jüdischen Gemeinden weltweit festgehalten wird.</P> <P>Zwar hielten die sephardischen Juden auch nach ihrer Vertreibung an ihrer Sprache, dem <A title="Sephardische Sprache" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sephardische_Sprache">Ladino</A>, einer nur leicht abgewandelten Variante des <A title="Spanische Sprache" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spanische_Sprache">Kastilischen</A>, fest, nahmen jedoch zahlreiche Einflüsse der orientalischen Musik, besonders der <A title="Türkische Musik" href="http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkische_Musik">türkischen Musik</A> auf. Israel Najara (1555 1625), ein jüdischer Dichter aus <A title=Damaskus href="http://de.wikipedia.org/wiki/Damaskus">Damaskus</A>, scheint der erste gewesen zu sein, welcher hebräische Gedichte nach dem <A class=new title="Makam (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Makam_%28Musik%29&amp;action=edit">Makam</A>-System vertonte. Ein Makam (türk.) bzw. <A class=new title="Maqam (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Maqam_%28Musik%29&amp;action=edit">Maqam</A> (arab.) entspricht ungefähr dem westlichen <A title="Modus (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Modus_(Musik)">Modus</A> und ist ein System von <A title=Tonleiter href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tonleiter">Tonleitern</A> sowie damit verbundenen <A title="Komposition (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Komposition_(Musik)">Kompositions-</A> und <A title=Improvisation href="http://de.wikipedia.org/wiki/Improvisation">Improvisationsregeln</A>, wobei jedem Makam ein bestimmter Charakterzug zugeordnet wird. In der sephardischen Überlieferung entwickelten sich besondere <I>maqamat</I>: ein feierlicher Maqam für <A title=Tora href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tora">Toravorlesungen</A>, ein fröhlicher für <A title="Simchat Tora" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Simchat_Tora">Simchat Tora</A> und Hochzeiten, ein trauriger für Beerdigungen und <A title="Tischa beAv" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tischa_beAv">Tischa beAv</A> sowie ein besonderer für <A title="Brit Mila" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Brit_Mila">Beschneidungen</A>, zum Ausdruck kindlicher Zuneigung. Die jüdische Gemeinde von <A title=Aleppo href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aleppo">Aleppo</A> war diejenige, welche die Regeln des Makam-Systems am genauesten beobachtete. Nach dem Tod von I. Najara verstärkte sich der Beitrag der jüdischen Musiker auch im Bereich der <A title=Volksmusik href="http://de.wikipedia.org/wiki/Volksmusik">Volksmusik</A>: der türkische Reisende Evliya Tschelebi beschreibt eine Parade der <A title=Zunft href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zunft">Zünfte</A> im Jahre 1638, als 300 jüdische Musiker sowie weitere jüdische Tänzer, Jongleure und Clowns an Sultan <A title="Murad IV." href="http://de.wikipedia.org/wiki/Murad_IV.">Murad IV.</A> vorbeidefilierten. <SUP class=reference id=_ref-10><A title="" href="#_note-10">[11]</A></SUP></P> <P>Sephardische Juden siedelten sich auch im christlichen Europa an, darunter im <A title="Comtat Venaissin" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Comtat_Venaissin">Comtat Venaissin</A> und <A title=Bayonne href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bayonne">Bayonne</A>, in <A title=Livorno href="http://de.wikipedia.org/wiki/Livorno">Livorno</A>, <A title=Rom href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rom">Rom</A>, <A title=Amsterdam href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amsterdam">Amsterdam</A> und <A title=London href="http://de.wikipedia.org/wiki/London">London</A>. Ein wichtiges Zentrum der jüdischen Musik im <A title="18. Jahrhundert" href="http://de.wikipedia.org/wiki/18._Jahrhundert">18. Jahrhundert</A> war Amsterdam. Der spanische Schriftsteller Danel Levi Barrios (1635 1701), der ab 1674 in Amsterdam lebte, beschreibt neu zugezogene, ausgezeichnete Sänger, Harfen-, Flöten- und <A title=Vihuela href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vihuela">Vihuelaspieler</A>, welche als <A title=Marranos href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marranos">Marranos</A> nach ihrer Flucht von der iberischen Halbinsel in der <I>portugiesischen Gemeinde</I> aufgenommen wurden. Hier wurden in dieser Zeit <A title=Purim href="http://de.wikipedia.org/wiki/Purim">Purimspiele</A> sowie <A title=Kantate href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kantate">Kantaten</A> für Simchat Tora und weitere festliche Anlässe geschrieben. Als Komponist namentlich bekannt ist Abraham Caceres, der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts lebte und von dem unter anderem die dreistimmige Vertonung eines <A title=Choral href="http://de.wikipedia.org/wiki/Choral">Chorals</A> überliefert ist, dessen Worte von Rabbiner Isaac Aboab zur Einweihung der <A title="Portugiesische Synagoge Amsterdams" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Portugiesische_Synagoge_Amsterdams">Amsterdamer Synagoge</A> 1675 geschrieben worden waren. <SUP class=reference id=_ref-11><A title="" href="#_note-11">[12]</A></SUP></P> <P><A id=Humanismus_und_Renaissance name=Humanismus_und_Renaissance></A></P> <H3><SPAN class=mw-headline>Humanismus und Renaissance</SPAN></H3> <P>Die <A title=Humanist href="http://de.wikipedia.org/wiki/Humanist">Humanisten</A> des <A title="16. Jahrhundert" href="http://de.wikipedia.org/wiki/16._Jahrhundert">16. Jahrhunderts</A> wandten sich von den mittelalterlichen <A title=Dogma href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dogma">Dogmen</A> ab und suchten stattdessen den direkten Kontakt mit den antiken Klassikern in der Originalsprache. Dazu gehörte auch die Beschäftigung mit der Bibel und späteren Werken der hebräischen Literatur. Mehrere christliche Gelehrte wurden zu <I>Hebraisten</I>, die sich eingehend mit der hebräischen Sprache und Grammatik befassten. <A title="Johannes Reuchlin" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Reuchlin">Johannes Reuchlin</A>, <A title="Sebastian Münster" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_M%C3%BCnster">Sebastian Münster</A> und <A title="Johann Böschenstein" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_B%C3%B6schenstein">Johann Böschenstein</A> schrieben Abhandlungen über die hebräischen Akzente und die Rechtschreibung.</P> <P>Vor allem in den <A title=Stadtstaat href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stadtstaat">Stadtstaaten</A> der <A title=Toskana href="http://de.wikipedia.org/wiki/Toskana">Toskana</A> und <A title=Oberitalien href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oberitalien">Oberitaliens</A> wurde auch die jüdische Bevölkerung vom Geist der <A title=Renaissance href="http://de.wikipedia.org/wiki/Renaissance">Renaissance</A> erfasst. Der Arzt und Rabbiner Abraham ben David Portaleone (1542 1612) aus <A title=Mantua href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mantua">Mantua</A> verfasste das Buch <I>Shilte ha-Gibborim</I> ( Schilde der Mächtigen ), das 1612 in <A title=Venedig href="http://de.wikipedia.org/wiki/Venedig">Venedig</A> im Druck erschien. Ausgehend von einer Beschreibung des Tempeldienstes berührt das Buch eine Vielzahl der damals bekannten Wissenschaften, wie zum Beispiel Architektur und Aufbau der sozialen Ordnung. Das Kapitel über den Gesang der Leviten und die verwendeten Musikinstrumente gerät zu einer musikalischen Abhandlung; das Buch wurde nach seiner lateinischen Übersetzung 1767 von vielen christlichen Schriftstellern als Quelle verwendet. <SUP class=reference id=_ref-12><A title="" href="#_note-12">[13]</A></SUP></P> <P>In zahlreichen norditalienischen Städten, vor allem aber am Hofe der <A title=Gonzaga href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gonzaga">Gonzaga</A> in Mantua blühte ein reges musikalisches Leben, an dem jüdische Künstler bedeutenden Anteil hatten. Am wichtigsten unter ihnen ist <A title="Salomone Rossi" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Salomone_Rossi">Salomone Rossi</A> (1550 1630), der als einer der ersten <A title=Sonate href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sonate">Sonaten</A> für <A title=Melodieinstrument href="http://de.wikipedia.org/wiki/Melodieinstrument">Melodieinstrumente</A> und <A title="Basso continuo" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Basso_continuo">Basso continuo</A> geschrieben hat. Ein einzigartiges Werk von Rossi ist die drei- bis achtstimmige Vertonung der <A title="Hohes Lied" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hohes_Lied">Lieder Salomos</A>, in denen chorale <A title=Psalmodie href="http://de.wikipedia.org/wiki/Psalmodie">Psalmodie</A> mit der <A title=Mehrchörigkeit href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mehrch%C3%B6rigkeit">Mehrchörigkeit</A> von <A title="Andrea Gabrieli" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andrea_Gabrieli">Andrea</A> und <A title="Giovanni Gabrieli" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_Gabrieli">Giovanni Gabrieli</A> kombiniert wird. Diese Kompositionen waren für besondere Sabbat- und Festtage gedacht und nicht dazu vorgesehen, den traditionellen Synagogengesang zu ersetzen. Die Integration der italienischen Juden in die europäische <A title=Kunstmusik href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kunstmusik">Kunstmusik</A> kam infolge der <A title="Mantuanischer Erbfolgekrieg" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mantuanischer_Erbfolgekrieg">Belagerung von Mantua</A> durch habsburgische Truppen und der <A title=Pest href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pest">Pestepidemie</A> im Jahre 1630 zu einem jähen Ende. <SUP class=reference id=_ref-13><A title="" href="#_note-13">[14]</A></SUP></P> <P><A name=19._Jahrhundert:_Reformbewegung_und_chassidischer_Nigun></A></P> <H2><SPAN class=mw-headline>19. Jahrhundert: Reformbewegung und chassidischer Nigun</SPAN></H2> <P><A id=Voraussetzungen name=Voraussetzungen></A></P> <H3><SPAN class=mw-headline>Voraussetzungen</SPAN></H3> <P>Der Prozess der <A title=Verwestlichung href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verwestlichung">Verwestlichung</A> der <A title=Aschkenasisch href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aschkenasisch">aschkenasischen</A> Musik begann und entwickelte sich zunächst am Rande der jüdischen Gesellschaft. <A title=Klezmer href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klezmer">Klezmerim</A> waren ursprünglich professionelle Wandermusiker, die <A title=Laute href="http://de.wikipedia.org/wiki/Laute">Laute</A> spielten oder als <A title=Streichtrio href="http://de.wikipedia.org/wiki/Streichtrio">Streichtrio</A> auftraten, meistens mit zwei Violinen und einer <A title=Gambe href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gambe">Gambe</A>. In größeren Städten traten sie zu Ehren ihrer christlichen Herrscher bei feierlichen <A title=Prozession href="http://de.wikipedia.org/wiki/Prozession">Prozessionen</A> auf: in <A title=Prag href="http://de.wikipedia.org/wiki/Prag">Prag</A> 1678, 1716 und 1741, und in <A title="Frankfurt am Main" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt_am_Main">Frankfurt am Main</A> ebenfalls 1716. Da diese festlichen Anlässe aber sehr selten waren, waren die jüdischen Musikanten auf behördliche <A title=Privileg href="http://de.wikipedia.org/wiki/Privileg">Privilegien</A> angewiesen, um auch an Sonn- und Feiertagen auf Wunsch von christlichen Persönlichkeiten auftreten zu können.</P> <P>Seit dem 17. Jahrhundert war es in wohlhabenden jüdischen Kreisen in Westeuropa üblich geworden, die Kinder, vor allem die Töchter, in Gesang und Instrumentalmusik zu unterrichten. <A title="Glückel von Hameln" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BCckel_von_Hameln">Glückel von Hameln</A> berichtet in ihren Memoiren, dass ihre Schwester eine gute <A title=Cembalo href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cembalo">Cembalospielerin</A> war. Im Laufe des späten 18. Jahrhunderts verstärkte sich diese Tendenz, und <A title="Rahel Varnhagen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rahel_Varnhagen">Rahel Varnhagen</A> schrieb, ihre musikalische Erziehung habe aus nichts anderem als aus der Musik von <A title="Johann Sebastian Bach" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Sebastian_Bach">Sebastian Bach</A> und der ganzen damaligen Schule bestanden. Peira von Geldern, die Mutter von <A title="Heinrich Heine" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Heine">Heinrich Heine</A>, musste ihre Flöte vor ihrem strenggläubigen Vater verstecken. Sara Levi, Tochter der Berliner Finanzmanns <A title="Daniel Itzig" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Itzig">Daniel Itzig</A> (1723 1799), der 1791 als erster preußischer Jude von <A title="Friedrich Wilhelm II." href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_II.">Friedrich Wilhelm II.</A> das <A title=Naturalisation href="http://de.wikipedia.org/wiki/Naturalisation">Naturalisationspatent</A> erhielt, war die letzte und treuste Schülerin von <A title="Wilhelm Friedemann Bach" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Friedemann_Bach">Wilhelm Friedemann Bach</A> und bewahrte viele seiner <A title=Autograph href="http://de.wikipedia.org/wiki/Autograph">Autographen</A> für die Nachwelt. <SUP class=reference id=_ref-14><A title="" href="#_note-14">[15]</A></SUP></P> <P>Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts waren die Lebensbedingungen in den <A title=Ghetto href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto">Ghettos</A> und überfüllten jüdischen Ansiedlungen Europas fast unerträglich geworden. Die zahlreichen Verfolgungen, welche den wirtschaftlichen, moralischen und physischen Ruin des Judentums bezweckten, hätten fast ihr Ziel erreicht, wären sie nicht durch den Glauben an eine abschließende Erlösung und durch ungebrochenes Selbstvertrauen aufgewogen worden. Aus dem zunehmenden Druck befreite sich das europäische Judentum auf zwei gegensätzlichen Wegen: <A title="Moses Mendelssohn" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Moses_Mendelssohn">Moses Mendelssohn</A>, Freund <A title="Gotthold Ephraim Lessing" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gotthold_Ephraim_Lessing">Lessings</A> und Begründer der <A title=Haskala href="http://de.wikipedia.org/wiki/Haskala">jüdischen Aufklärung</A>, förderte die Idee der <A title="Assimilation (Soziologie)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Assimilation_(Soziologie)">Assimilation</A>, verbunden mit dem Wunsch nach <A title=Judenemanzipation href="http://de.wikipedia.org/wiki/Judenemanzipation">Emanzipation</A>. Auf der anderen Seite konzentrierte sich der <A title=Chassidismus href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chassidismus">Chassidismus</A> des <A title="Baal Schem Tow" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Baal_Schem_Tow">Baal Schem Tow</A> und seiner Nachfolger auf die Entwicklung innerer Werte und war mit einem gewissen geistigen <A title=Eskapismus href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eskapismus">Eskapismus</A> verbunden.</P> <P><A id=Zur_Entwicklung_der_chassidischen_Melodik name=Zur_Entwicklung_der_chassidischen_Melodik></A></P> <H3><SPAN class=mw-headline>Zur Entwicklung der chassidischen Melodik</SPAN></H3> <P>Das <A title="Juden in Osteuropa" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Juden_in_Osteuropa">osteuropäische Judentum</A>, unter dem Druck zunehmender Verarmung und der ständigen Bedrohung durch Ausrottung seit den <A title=Pogrom href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pogrom">Pogromen</A> unter der Führung des <A title=Hetman href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hetman">Hetmans</A> <A title="Bogdan Chmielnicki" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bogdan_Chmielnicki">Bogdan Chmielnicki</A>, verlor nach dem Scheitern der messianischen Erwartungen, die von <A title="Shabbetaj Zvi" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Shabbetaj_Zvi">Shabbetaj Zvi</A> geweckt worden waren, die Hoffnung auf baldige Erlösung. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts entstand die chassidische Bewegung und verkündete die Idee, dass mittels geistiger Werte die Seele sich aus dem Körper befreien und somit an einer höheren Existenz teilnehmen könne. In der mystischen Tradition von Safed galt <I>ein fröhliches Herz</I> als wichtigste Voraussetzung für das Gebet, und Singen wurde zu einer zentralen religiösen Erfahrung. Zum ersten Mal wird Musik aus dem Bereich der jüdischen <A title=Mystik href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mystik">Mystik</A> bekannt; sie ist bis heute zu hören. Der chassidische Gesang ist sehr gefühlsbetont, legt dagegen weniger Wert auf die Bedeutung des Wortes. Viele Melodien beschränken sich auf ein einziges Wort oder auch nur auf einige&nbsp; sinnlose&nbsp; Silben, wie ja-ba-bam, ra-la-la usw. Sinn dieses Silbengesangs ist es, sich Gott in einer Weise zu nähern, die eher einem kindlichen  Stammeln entspricht als einer vernunftbetonten Ausdrucksweise in Worten. <SUP class=reference id=_ref-15><A title="" href="#_note-15">[16]</A></SUP></P> <P>Diese Art des Singens verband sich mit uralten mystischen Übungen wie Konzentration, Fasten, <A title=Kawwana href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kawwana">Kawwana</A> und rhythmischen Bewegungen des Körpers. Nach dem Tod des <A title="Baal Schem Tow" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Baal_Schem_Tow">Baal Schem Tow</A> versammelten sich einige seiner Schüler im <A title=Stetl href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stetl">Stetl</A> Mezhirichi, wo während <A title=Sabbat href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sabbat">Sabbatversammlungen</A> der chassidische <I><A title=Niggun href="http://de.wikipedia.org/wiki/Niggun">Niggun</A></I> (<A title=Melodie href="http://de.wikipedia.org/wiki/Melodie">Melodie</A>) entwickelt wurde. Zu den wichtigsten Förderern dieser Melodik gehörte Rabbi <A title="Schneur Salman" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schneur_Salman">Schneur Salman</A> aus Liadi, der Begründer der <A title=Chabad href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chabad">Chabad</A>-Bewegung. Von ihm ist der Ausspruch überliefert:  Drei Dinge habe ich in Mezhirichi gelernt: was Gott ist, was Juden sind und was ein Nigun ist. </P> <P>Die Anhänger des Chabad-Chassidismus widmeten der Verbindung zwischen Musik und <A title=Ekstase href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ekstase">Ekstase</A> ihre Aufmerksamkeit. Rabbi Dov Bär aus Lubawitsch (1773 1827) beschrieb drei Arten von Melodien: 1) Melodien unter Begleitung von Wörtern, welche die Fähigkeit des  Verstehens fördern; 2) wortlose Melodien, welche die psycho-physische Natur jedes Menschen ausdrücken können; 3) der <I>ungesungene Gesang</I>, die eigentliche Essenz der Musik, die nicht in einer Melodie, sondern in der geistigen Konzentration auf das Göttliche zum Ausdruck kommt.</P> <P>Im Laufe des 19. Jahrhunderts waren unter den Anhängern eines <I>Admor</I> bzw. <A title=Zaddik href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zaddik">Zaddik</A> oftmals ständige Instrumentalgruppen, Sänger und Verfasser von Nigunim zu finden, und es entwickelten sich verschiedene Unterkategorien von Nigun-Stilen. Einige dieser Melodien sind stark von slawischer Volksmusik beeinflusst, gehen aber alle auf eine bestimmte Form von <A class=new title=Shteyger href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Shteyger&amp;action=edit">Shteyger</A> zurück.</P> <P>Der jiddische Ausdruck <I>Shteyger</I> ist die aschkenasische Parallele zum sephardischen <A class=new title="Maqam (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Maqam_%28Musik%29&amp;action=edit">Maqam</A> (siehe oben). Er wird im aschkenasischen Judentum seit dem Mittelalter verwendet, bezeichnet eine gewisse Art der Tonraumgestaltung und entspricht ungefähr dem kirchentonartlichen <A title="Modus (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Modus_(Musik)">Modus</A>. Im Unterschied zu den <A title=Kirchentonart href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kirchentonart">Kirchentonarten</A> muss die Tonleiter jedoch nicht unbedingt eine <A title="Oktave (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oktave_(Musik)">Oktave</A> umfassen, die <A title="Intervall (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Intervall_(Musik)">Intervalle</A> können sich je nach aufsteigender oder absteigender Tonfolge ändern. Gewisse Hauptnoten dienen als Haltepunkte für die mittleren und abschließenden Kadenzen. Die meisten Shteyger sind nach Anfangsworten von Gebeten aus dem <A title=Siddur href="http://de.wikipedia.org/wiki/Siddur">Siddur</A> benannt und zeichnen sich durch spezifische <A title="Motiv (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Motiv_(Musik)">Motivik</A> aus.</P> <P>Die zwei wichtigsten Shteyger, sowohl in der <A title=Westjuden href="http://de.wikipedia.org/wiki/Westjuden">westlichen</A> als auch der <A title="Juden in Osteuropa" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Juden_in_Osteuropa">östlichen</A> aschkenasischen Überlieferung, sind <I>Ahavah Rabbah</I>, ein Abschnitt aus dem Morgengebet <A title=Schacharit href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schacharit">Schacharit</A>, und <I>Adonai malach</I>, mit dem viele Psalmen eingeleitet werden. In einer Transkription von Abraham Beer Birnbaum aus dem Jahre 1912 lautet die <A title=Tonleiter href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tonleiter">Tonleiter</A> von <I>Ahavah Rabbah</I> wie folgt, mit dem <A title="Eingestrichen (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eingestrichen_(Musik)">eingestrichenen</A> g' als Hauptnote: <img src="../p/ahavah.gif" height=38 width=500 alt="Jüdische Musik, Ahavah Rabbah Scale"> <P>Siehe dazu <A title="Spanische und jüdische Tonleiter" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spanische_und_j%C3%BCdische_Tonleiter">Spanische und jüdische Tonleiter</A>.</P> <P><BR>Moritz Deutsch hat 1871 in seiner  Vorbeterschule die Tonleiter von <I>Adonai Malach</I> wie folgt notiert, mit dem eingestrichenen c' als Hauptnote: <img src="../p/adonai.gif" height=40 width=750 alt="Jüdische Musik, Adonai Malach Scale"> <P>Ein weiterer Shteyger heißt <A title="Mi Sheberach" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mi_Sheberach">Mi Sheberach</A>.</P> <P><A id=Reformbewegung_und_j.C3.BCdische_Kunstmusik name=Reformbewegung_und_j.C3.BCdische_Kunstmusik></A></P> <H3><SPAN class=mw-headline>Reformbewegung und jüdische Kunstmusik</SPAN></H3> <P>In Westeuropa wurde die Erneuerung des Synagogengesangs durch <A title="Napoléon Bonaparte" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Napoléon_Bonaparte">Napoleon</A> eingeleitet. Zur Zentralisierung und Förderung der sozialen Integration der französischen Juden wurde 1808 in jedem <A title=Département href="http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%A9partement">Département</A> mit einer jüdischen Bevölkerung von über 2000 Personen ein <A title=Consistoire href="http://de.wikipedia.org/wiki/Consistoire">Consistoire</A> gegründet, unter der Leitung eines <I>Grand rabbin</I> (Oberrabbiner), dessen Wahl von den staatlichen Behörden bestätigt werden musste. Diese Reformen erstreckten sich auch auf einige Gebiete, die von französischen Truppen besetzt waren, wie zum Beispiel das <A title="Königreich Westfalen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Westfalen">Königreich Westfalen</A>. <A title="Israel Jacobson" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Israel_Jacobson">Israel Jacobson</A>, <A title=Hoffaktor href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hoffaktor">Hoffaktor</A> von <A title="Jérôme Bonaparte" href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A9r%C3%B4me_Bonaparte">Jérôme Bonaparte</A>, gründete in <A title=Seesen href="http://de.wikipedia.org/wiki/Seesen">Seesen</A> und <A title=Kassel href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kassel">Kassel</A> Reformsynagogen, in denen Choralmelodien zu Orgelbegleitung gesungen wurden. Nach dem Sturz von Napoleon zog Jacobson nach <A title=Berlin href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin">Berlin</A>, wo er seine Reformbemühungen fortsetzte. In seinem eigenen Haus eröffnete er 1815 einen Gebetsraum und zog zwei Jahre später in die private Synagoge von Jakob Herz Beer, dem Vater von <A title="Giacomo Meyerbeer" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Giacomo_Meyerbeer">Giacomo Meyerbeer</A>, um. Doch die preußische Regierung, welche von <A title="Orthodoxes Judentum" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Orthodoxes_Judentum">orthodoxen Juden</A> des öfteren Beschwerden erhielt, untersagte 1818 die Weiterführung der Gottesdienste. Bald breitete sich die <A title=Reformjudentum href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reformjudentum">Reformbewegung</A> auf weitere Gemeinden aus. Der ungarische Rabbiner Aaron Chorin veröffentlichte 1818 ein Buch zur Verteidigung der Orgel in der Synagoge. In Frankfurt (1816), Hamburg (1817) und während der <A title="Leipziger Messe" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leipziger_Messe">Leipziger Messe</A> (1820) entstanden Reformsynagogen. Die <A title="Israelitischer Tempel Poolstraße" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Israelitischer_Tempel_Poolstraße">Synagoge in Hamburg</A> wurde auch von sephardischen Gemeindemitgliedern aufgesucht und existierte bis 1938. Hier wurde die melodische Rezitation der Gebete und der Bibeltexte als unzeitgemäß angesehen und durch einfaches Vorlesen ersetzt. Daneben hielt in Reformsynagogen die deutsche Sprache zunehmend Einzug: Neben Predigten wurden nun auch zahlreiche Gebete anstatt wie bisher auf hebräisch auf deutsch vorgetragen. Nach der <A title=Märzrevolution href="http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4rzrevolution">Märzrevolution</A> 1848 wurden auch in konservativeren Synagogen Orgeln eingebaut. Gemäß einer Zählung von 1933 verfügten damals 74 jüdische Gemeinden in Deutschland über eine Orgel. <SUP class=reference id=_ref-17><A title="" href="#_note-17">[18]</A></SUP></P> <P>Im 19. Jahrhundert begannen sich die westeuropäischen Kantoren beruflich zu organisieren, und es wurden verschiedene Fachzeitschriften publiziert: <I>Der jüdische Cantor</I>, herausgegeben von Abraham Blaustein (1836 1914), Oberkantor in <A title=Bydgoszcz href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bydgoszcz">Bromberg</A>, bestand von 1879 1898; die <I>Österreichisch-Ungarische Cantorenzeitung</I>, gegründet von Jakob Bauer (1852 1926), Chasan am <A title="Türkischer Tempel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkischer_Tempel">Türkischen Tempel</A> in <A title=Wien href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wien">Wien</A>, wurde von 1881 1902 herausgegeben. Trotz zahlreicher Aktivitäten rund um den Synagogengesang sank die Attraktivität des Kantorenberufs in Westeuropa. Diese Lücke wurde durch Immigranten aus Osteuropa gefüllt, insbesondere nach den Pogromen im Russischen Reich nach dem Attentat auf Zar <A title="Alexander II. (Russland)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_II._(Russland)">Alexander II.</A> 1881.</P> <P>Im Laufe des 19. Jahrhunderts integrierten sich jüdische Musiker zunehmend in der Produktion und Reproduktion der allgemein vorherrschenden Kunstmusik, wurden aber von der Gesellschaft stets als Außenseiter angesehen. <A title="Heinrich Heine" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Heine">Heinrich Heine</A>, der in seinem dritten Brief aus Berlin vom 7. Juni 1822 und den Briefen  Über die französische Bühne aus dem Jahr 1837 <A title="Felix Mendelssohn" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Felix_Mendelssohn">Felix Mendelssohn</A> noch als den  legitimen Thronfolger Mozarts bezeichnet hatte, spricht in seinem Bericht aus Paris über die  Musikalische Saison von 1844 vom  feinen Eidechsenohr und der  passionierten Indifferenz des Komponisten. Eindeutig antisemitische Positionen bezieht dann <A title="Richard Wagner" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Wagner">Richard Wagner</A> in seiner Schrift <A title="Das Judenthum in der Musik" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Judenthum_in_der_Musik">Das Judenthum in der Musik</A>. <SUP class=reference id=_ref-18><A title="" href="#_note-18">[19]</A></SUP></P> <P><A name=20._Jahrhundert:_Zunehmende_Verfolgung_und_nationale_Wiedergeburt></A></P> <H2><SPAN class=mw-headline>20. Jahrhundert: Zunehmende Verfolgung und nationale Wiedergeburt</SPAN></H2> <P>Nachdem im 19. Jahrhundert Kantoren damit begonnen hatten, die mündliche Tradition des Synagogengesangs zu notieren und zu sammeln, wurde diese Aufgabe zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter wissenschaftlichen Aspekten weitergeführt <img src="../../21/p/rubin.jpg" vspace=10 hspace=10 alt="Ruth Rubin, Voices of a People" width="200" height="299" align=left> und auf die Musik der orientalischen Juden ausgeweitet. Dies ist hauptsächlich das Verdienst des <A title=Musikwissenschaftler href="http://de.wikipedia.org/wiki/Musikwissenschaftler">Musikwissenschaftlers</A> <A title="Abraham Zvi Idelsohn" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Abraham_Zvi_Idelsohn">Abraham Zvi Idelsohn</A> (1882 1938), der in Russland als Kantor ausgebildet worden war, in den Westen emigrierte und ein Studium an führenden deutschen Konservatorien und der Leipziger Schule für Musikwissenschaft absolvierte. Unter dem Patronat der <table align="right" width=390 bgcolor="#ffebcd" cellpadding=5 width=255 border=10 bordercolor="#FFF2E6"> <tr><td><small> <P><A id=Weblinks name=Weblinks></A></P> <H2><SPAN class=mw-headline>Weblinks</SPAN></H2> <UL> <LI><I><A class="external text" title=http://www.musica-judaica.com/j_musik.htm href="http://www.musica-judaica.com/j_musik.htm" rel=nofollow>Was ist jüdische Musik?</A></I> <LI><A class="external text" title=http://www.ezjm.de/index2.html href="http://www.ezjm.de/index2.html" rel=nofollow>Europäisches Zentrum für Jüdische Musik, Hochschule für Musik und Theater Hannover</A> <LI><A class="external text" title=http://www.juedische-musik.de/ href="http://www.juedische-musik.de/" rel=nofollow>juedische-musik.de</A> <LI><A class="external text" title=http://www.hagalil.com/judentum/gebet/nigun.htm href="http://www.hagalil.com/judentum/gebet/nigun.htm" rel=nofollow>Verein  Nigun in Duisburg</A> <LI><A class="external text" title=http://www.rakkav.com/kdhinc/pages/chironomy.htm href="http://www.rakkav.com/kdhinc/pages/chironomy.htm" rel=nofollow>Chironomy in the Ancient World</A> <LI><A class="external text" title=http://www.kwf.org/pages/works/e8main.html href="http://www.kwf.org/pages/works/e8main.html" rel=nofollow>Der Weg der Verheissung</A> </LI></UL> <P><A id=Literatur name=Literatur></A></P> <H2><SPAN class=mw-headline>Literatur</SPAN></H2> <UL> <LI>H. Avenary, in <A title="Die Musik in Geschichte und Gegenwart" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Musik_in_Geschichte_und_Gegenwart">MGG</A>, Band 7 (1958), S. 226-261. <LI>E. Werner, in <A title="Grove Dictionary of Music and Musicians" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Grove_Dictionary_of_Music_and_Musicians">Grove Dictionary of Music and Musicians</A>, Band 4 (5. Ausgabe 1954). S. 615-636. <LI>Abraham Zvi Idelsohn: <I>Phonographierte Gesänge und Aussprachen des Hebräischen der jemenitischen, persischen und syrischen Juden</I>. Kais. Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch  historische Klasse, Sitzungsberichte, 175. Band, 4. Abhandlung, 1922. <LI>Abraham Zvi Idelsohn: <I>Jewish Music  Its Historical Development</I>. Henry Holt and Company/Dover Publications, New York 1929/1992, <A class=internal href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Spezial:ISBN-Suche&amp;isbn=0486271471">ISBN 0-486-27147-1</A>. <LI><A title="Darius Milhaud" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Darius_Milhaud">Darius Milhaud</A>, in <I>Musica Hebraica</I> 1-2, Jerusalem 1938. <LI>Eckhard John, Heidy Zimmermann (Hrsg.): <I>Jüdische Musik. Fremdbilder  Eigenbilder</I>. Böhlau Verlag, Köln 2004, <A class=internal href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Spezial:ISBN-Suche&amp;isbn=3412168033">ISBN 3412168033</A>. <LI>Paul Volz: <I>Die biblischen Altertümer</I>, Komet Verlag Köln 1914, <A class=internal href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Spezial:ISBN-Suche&amp;isbn=3898363163">ISBN 3-89836-316-3</A> </LI></UL> <P><A id=CDs name=CDs></A></P> <H3><SPAN class=mw-headline>CDs</SPAN></H3> <UL> <LI><I>Anthologie ostjüdischer Musik</I>. 3 CDs, Vol. 1: Religiöse Gesänge, Vol. 2/3: Jiddische Volks- und Theaterlieder. Musikverlag Pan AG, Zürich 1997. <LI><I>Musique judéo-baroque</I>. Louis Saladin, Carlo Grossi, <A title="Salomone Rossi" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Salomone_Rossi">Salamone de Rossi Ebreo</A>. Harmonia mundi, Arles 1988. <LI><I>Forbidden, not forgotten  Suppressed music from 1938-1945</I>. 3 CDs, Vol. 1: Gideon Klein (1919 1945), Viktor Ullmann (1898 1944); Vol. 2: Pacel Haas (1899 1944), Hans Krása (1889 1944); Vol. 3: Karl Amadeus Hartmann (1905 1963), Acum, 1996. </LI></UL> </small></td></tr> </table> <A title="Wiener Akademie" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Akademie">Wiener Akademie</A> nahm Idelsohn von 1906 bis 1921 Gesänge orientalischer Juden in <A title=Jerusalem href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jerusalem">Jerusalem</A> auf <A title=Schallplatte href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schallplatte">Schallplatten</A> auf und transkribierte sie. Diese <A title="Transkription (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Transkription_(Musik)">Transkriptionen</A> füllen fünf Bände seines zehnbändigen Hauptwerks <I>Hebräisch-orientalischer Melodienschatz</I>. Idelsohn definierte jüdische Musik als <I>von Juden für Juden geschaffene Musik</I>, worauf Curt Sachs (siehe Einleitung) später zurückgegriffen hat. Idelsohn war auch als Komponist tätig und hat eine chassidische Melodie zum berühmten Volkslied <A title="Hava Nagila" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hava_Nagila">Hava Nagila</A> verarbeitet und mit Worten versehen.</P> <P>Die Wiederbelebung nationaler Werte in der jüdischen Musik ging von <A title="Juden in Russland" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Juden_in_Russland">Russland</A> aus, wo <A title="Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolai_Andrejewitsch_Rimski-Korsakow">Rimski-Korsakow</A> <img src="../../21/p/pasternak.jpg" width="129" height="180" alt="Velvel Pasternak, Beyong Hava Nagila" vspace="10" hspace="10" align=left> seine jüdischen Studenten 1902 in <A title="St. Petersburg" href="http://de.wikipedia.org/wiki/St._Petersburg">St. Petersburg</A> aufforderte, <I>ihre wunderbare Musik zu pflegen</I>. Von 1908 bis 1918 bestand die  Petrograder Gesellschaft für jüdische Volksmusik , die jedoch außerhalb eines interessierten jüdischen Publikums nur wenig Anklang fand. Größere Breitenwirkung hatte die Gründung von <A title="Jüdisches Theater" href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdisches_Theater">jüdischen Theatern</A> nach der <A title=Oktoberrevolution href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oktoberrevolution">Oktoberrevolution</A>, darunter auch <A title=Habima href="http://de.wikipedia.org/wiki/Habima">Habima</A>, das heutige israelische Nationaltheater, das 1917 in <A title=Moskau href="http://de.wikipedia.org/wiki/Moskau">Moskau</A> errichtet wurde. In der <A title=Sowjetunion href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetunion">Sowjetunion</A> gab es jedoch aus politischen Gründen bald keinen Platz mehr für spezifisch jüdische Kunst, so dass deren Vertreter in den Westen emigrierten. Nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin zu Beginn der Zwanzigerjahre zogen die meisten weiter in die USA und nach Palästina. Einige hingegen, wie <A title="Michail Gnessin" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michail_Gnessin">Michail Gnessin</A>, blieben in der Sowjetunion und wurden dort zu nützlichen Mitgliedern des musikalischen Establishments. <SUP class=reference id=_ref-19><A title="" href="#_note-19">[20]</A></SUP></P> <P>Die Betonung der nationalen Werte in der jüdischen Musik führte zu zwei gegensätzlichen Entwicklungen. Von Osteuropa aus entwickelte sich im Rahmen des <img src="../../32/p/feidman.jpg" width=181 height=223 vspace="10" hspace="10" alt="Giora Feidman" align=left> <A title=Zionismus href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zionismus">zionistischen</A> Aufbaus einer jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina die jüdische Volksmusik; der <A title=Volkstanz href="http://de.wikipedia.org/wiki/Volkstanz">Volkstanz</A> wurde neu belebt und ständig weiterentwickelt (siehe dazu <A title="Chorea (Tanz)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chorea_(Tanz)">Hora</A> und dessen orientalische Entsprechung <A title="Liste der Tänze" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Tänze">Debka</A>). Andererseits gab es jüdische Komponisten, die von deutschen musikalischen Traditionen geprägt waren und auch dann noch, als sie in der <A title="Zeit des Nationalsozialismus" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zeit_des_Nationalsozialismus">Zeit des Nationalsozialismus</A> verfemt und aus Deutschland verjagt wurden, diese Traditionen zusammen mit dem jüdischen Erbe weiter pflegten. Beispiele dafür sind <A title="Arnold Schönberg" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_Sch%C3%B6nberg">Arnold Schönberg</A>, einer der Begründer der <A title=Zwölftonmusik href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zw%C3%B6lftonmusik">Zwölftonmusik</A>, dessen unvollendet gebliebene Oper <A title="Moses und Aron" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Moses_und_Aron">Moses und Aron</A> mehrere Jahre nach seinem Tod uraufgeführt wurde, sowie <A title="Kurt Weill" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Weill">Kurt Weill</A>, der bis zum Jahre 1933 in Berlin ein gefeierter <A title=Oper href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oper">Opernkomponist</A> war und 1934 und 1935, zu Beginn seiner Exilzeit, die Operette <A title="Der Kuhhandel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Kuhhandel">Der Kuhhandel</A> sowie das biblische Drama <I>Der Weg der Verheißung</I> schrieb. Diese beiden Werke wurden in einer englischen Fassung uraufgeführt  <I>A Kingdom For a Cow</I> als <A title="Musical Play" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Musical_Play">Musical Play</A> in London, <I>The Eternal Road</I> in New York unter der Regie von <A title="Max Reinhardt" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Reinhardt">Max Reinhardt</A>.</P> <P>Zur Musik im <A title=Holocaust href="http://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust">Holocaust</A> siehe <A title="Mädchenorchester von Auschwitz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4dchenorchester_von_Auschwitz">Mädchenorchester von Auschwitz</A> und <A title="Männerorchester von Auschwitz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4nnerorchester_von_Auschwitz">Männerorchester von Auschwitz</A>.</P> <P>Seit den 1970er Jahren ist die <A title=Klezmer href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klezmer">Klezmermusik</A> vor allem durch den <A title=Klarinettist href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klarinettist">Klarinettisten</A> <A title="Giora Feidman" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Giora_Feidman">Giora Feidman</A> neu belebt worden.</P> <P> <table bgcolor="#ffebcd" cellpadding=5 border=10 bordercolor="#FFF2E6" align=right> <tr><td><small> <P><A id=Quelle name=Quelle></A></P> <H2><SPAN class=mw-headline>Quelle</SPAN></H2> <UL> <LI><A title="Encyclopaedia Judaica" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Encyclopaedia_Judaica">Encyclopaedia Judaica</A> (EJ), Artikel  Music , Bd. 12, S. 554 678. </LI></UL> <OL class=references> <LI id=_note-0><B><A title="" href="#_ref-0">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 554-555 <LI id=_note-1><B><A title="" href="#_ref-1">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 555 <LI id=_note-2><B><A title="" href="#_ref-2">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 559 <LI id=_note-3><B><A title="" href="#_ref-3">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 563-565 <LI id=_note-4><B><A title="" href="#_ref-4">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 563 <LI id=_note-5><B><A title="" href="#_ref-5">‘!</A></B> <A title="Jacques Paul Migne" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Paul_Migne">Jacques Paul Migne</A>: <A title="Patrologia Latina" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Patrologia_Latina">Patrologia Latina</A>, 1844 1864. Band 24, S. 561. <LI id=_note-6><B><A title="" href="#_ref-6">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 578 <LI id=_note-7><B><A title="" href="#_ref-7">‘!</A></B> Link "Chironomy in the Ancient World" <LI id=_note-8><B><A title="" href="#_ref-8">‘!</A></B> <A title="Shlomo Dov Goitein" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Shlomo_Dov_Goitein">Shlomo Dov Goitein</A>, <img src="../p/alberstein.jpg" width=174 height=240 border=0 hspace=10 alt="Chava Alberstein" align=right> <I>Sidre Chinuch</I>, Jerusalem 1962, S. 97 102. <LI id=_note-9><B><A title="" href="#_ref-9">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 590 <LI id=_note-10><B><A title="" href="#_ref-10">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 624 <LI id=_note-11><B><A title="" href="#_ref-11">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 625 <LI id=_note-12><B><A title="" href="#_ref-12">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 616 <LI id=_note-13><B><A title="" href="#_ref-13">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 619 <LI id=_note-14><B><A title="" href="#_ref-14">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 633 <LI id=_note-15><B><A title="" href="#_ref-15">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 637 <LI id=_note-16><B><A title="" href="#_ref-16">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 609-610 <LI id=_note-17><B><A title="" href="#_ref-17">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 650 <LI id=_note-18><B><A title="" href="#_ref-18">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 655 <LI id=_note-19><B><A title="" href="#_ref-19">‘!</A></B> EJ, a.a.O., S. 659-660 </LI></OL> </small></td></tr> </table> <A id=Musik_in_Israel name=Musik_in_Israel></A></P> <H3><SPAN class=mw-headline>Musik in Israel</SPAN></H3> <P>Der Aufbau eines organischen Musiklebens begann in <A title="Völkerbundsmandat für Palästina" href="http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerbundsmandat_f%C3%BCr_Pal%C3%A4stina">Palästina</A> in den Dreißigerjahren mit der Einwanderung zahlreicher Juden aus Mitteleuropa. 1936 gründete der polnische Geiger <A title="BronisBaw Huberman" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bronis%C5%82aw_Huberman">BronisBaw Huberman</A> das <I>Palestine Orchestra</I>, das nach der Unabhängigkeitserklärung des Staates <A title=Israel href="http://de.wikipedia.org/wiki/Israel">Israel</A> zu <A title="Israel Philharmonic Orchestra" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Israel_Philharmonic_Orchestra">Israel Philharmonic Orchestra</A> umbenannt wurde. Zu den bedeutendsten israelischen Komponisten dieser Zeit gehört <A title="Paul Ben-Haim" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Ben-Haim">Paul Ben-Haim</A> (1897 1984), der ab 1933 in Tel Aviv lebte (siehe dazu auch <A title="Liste israelischer Komponisten klassischer Musik" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_israelischer_Komponisten_klassischer_Musik">Liste israelischer Komponisten klassischer Musik</A>). Die wichtigsten Konzertsäle in Israel sind das  Mann-Auditorium in Tel Aviv (hebr. <I>Hechal hatarbut</I> ( Kulturpalast , 1957 eröffnet), und <I>Binyene ha-Umma</I> in Jerusalem (1959 eröffnet). Jährliche <A title=Musikfestival href="http://de.wikipedia.org/wiki/Musikfestival">Musikfestivals</A> gibt es im <A title=Kibbuz href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kibbuz">Kibbuz</A> <A title="Ein Gev" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Gev">Ein Gev</A> am Ufer des <A title="See Genezareth" href="http://de.wikipedia.org/wiki/See_Genezareth">See Genezareth</A> sowie <A title=Freiluftkonzert href="http://de.wikipedia.org/wiki/Freiluftkonzert">Freilichtaufführungen</A> im <A title="Theater der römischen Antike" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Theater_der_r%C3%B6mischen_Antike">römischen Theater</A> von <A title="Caesarea Maritima" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Caesarea_Maritima">Caesarea</A>.</P> <P>Israel verfügt seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts über eine vielfältige <A title="Rock (Musik)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rock_(Musik)">Rock</A>-, <A title=Popmusik href="http://de.wikipedia.org/wiki/Popmusik">Pop</A>- und <A title=Chanson href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chanson">Chansonszene</A> (siehe dazu auch <A title="Israelische Kultur" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Israelische_Kultur">Israelische Kultur</A>). Berühmte Vertreter der ersten Generation sind <A title="Arik Einstein" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arik_Einstein">Arik Einstein</A> und die Gruppe <A title=Kaveret href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kaveret">Kaveret</A>. <A class=new title="Yossi Banai" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Yossi_Banai&amp;action=edit">Yossi Banai</A> hat Chansons von <A title="Jacques Brel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Brel">Jacques Brel</A> und <A title="Georges Brassens" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georges_Brassens">Georges Brassens</A> aufgeführt und aufgenommen, die von <A title="Naomi Shemer" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Naomi_Shemer">Naomi Shemer</A> ins Hebräische übersetzt wurden. Die Lieder der Sängerin <A title="Ofra Haza" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ofra_Haza">Ofra Haza</A> entstammen der jemenitischen Tradition, <A title="Chava Alberstein" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chava_Alberstein">Chava Alberstein</A> ist von der jiddischen Klezmermusik beeinflusst. Eine <A title=Metal href="http://de.wikipedia.org/wiki/Metal">Metal</A>-Band ist <A title="Orphaned Land" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Orphaned_Land">Orphaned Land</A>.</P> <br clear=all> <table bgcolor="#ffebcd" align=center width=620 cellpadding=10 border=20 bordercolor="#FFF2E6"> <tr><td> <img src="../p/wiki.jpg" width=128 height=96 border=1 alt="" align=right hspace=10> <img src="../p/gnu.gif" width=100 height=98 border=1 alt="" align=left hspace=10> <font size=-1><i> Aus <a href="http://en.wikipedia.org">Wikipedia, der freien Enzyklopädie</a> [<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Musik">de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Musik</a>].<br> Ihr Inhalt steht unter der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:GNU_Free_Documentation_License">GNU-Lizenz für freie Dokumentation</a>.<br><br> Stand: Januar 2008. </i></font></td></tr> </table> <p><table bgcolor="#ffebcd" align=center width=95% cellpadding=10 border=0 bordercolor="#FFF2E6"> <tr><td> <b>FolkWorld-Besprechungen:</b> <font size=-1> <ul> <li><a href="../../34/e/cds4.html#bern"><b>Geoff Berner</b> "The Wedding Dance of the Widow Bride"</a> <li><a HREF="../../11/d/cds1.html#cola"><b>Colalaila</b> "Col Nidrej"</a> <li><a HREF="../../31/e/cds3.html#harr"><b>Harris/Kligler</b> "Let My People Go!"</a> <li><a href="../../35/d/cds3.html#levy"><b>Yasmin Levy</b> "Mano Suave"</a> <li><a href="../../29/d/cds1.html#lipo"><b>Shura Lipovsky</b> "Heroes and Poets&quot;</a> <li><a href="../../28/e/cds4.html#nelk"><b>Carl Nelkin</b> "Irish Heart - Jewish Soul"</a> <li><a href="../../31/e/cds4.html#schw"><b>Willy Schwarz</b> "Jewish Music Around the World"</a> <li><a href="../../35/e/cds4.html#shep"><b>The Polina Shepherd Vocal Experience</b> "Baym Taykh"</a> <li><a href="../../31/e/cds4.html#yaak"><b>Ruth Yaakov</b> "Sephardic Women's Songs of the Balkans"</a> <li><a href="../../30/e/cds4.html#chan"><b>V/A</b> "A Chanukah Feast"</a> </ul> </font> </td><td> <img src="../../34/p/rudol05.jpg" height=228 width=304 alt="Geoff Berner"> </td></tr> </table> <p><font size=-1><b>Photo Credits:</b><i> (1) <a HREF="http://www.imdb.com/title/tt0027231/">Yidl mitn Fidel</a> (unknown); (2) Schofar im jemenitischen Stil, (3) Relief des Titusbogens mit Hazozras, (4) Süßkind von Trimberg, Codex Manesse, 14. Jhd., (5) Eugene Delacroix, Jüdische Hochzeit in Marokko, 1837-41, (6) Ahavah Rabbah Scale, (7) Adonai Malach Scale, (13) Wikipedia Logo (by <a href="http://en.wikipedia.org">Wikipedia</a>); (8) Ruth Rubin, Voices of a People (by <a href="http://www.press.uillinois.edu">University of Illinois Press</a>); (9) <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Velvel_Pasternak">Velvel Pasternak, Beyong Hava Nagila</a> (by <a href="http://www.jewishmusic.com/">Jewish Music</a>); (10) <a HREF="http://www.giorafeidman-online.com/index.html">Giora Feidman</a> (by <a href="http://www.plaene-records.de">Pläne</a>); (11) <a HREF="http://de.wikipedia.org/wiki/Chava_Alberstein">Chava Alberstein</a> (unknown); (12) GNU Logo (by <a href="http://www.gnu.org/">GNU Project</a>); (14) <a HREF="http://www.geoffberner.com">Geoff Berner</a> (by Walkin' Tom). </i></font> <br><br> <hr color="#ff0000"> <p><table align="center" bgcolor="#ffebcd" cellpadding=20 border=5 bordercolor="#FFF2E6"> <tr><td> <p><center> <font size=4> <a HREF="index.html#up">Zurück zum FolkWorld-Inhalt</a><br> <a HREF="../e/index.html#up">Zur englischen FolkWorld</a> </font> </center> </td></tr> </table> <p> <font size=-1>&#169 <a HREF="../../fw/staff.html">The Mollis</a> - Editors of <font face="Maiandra GD">FolkWorld</font>; Published 02/2008</font> <p><FONT FACE="Arial" SIZE=-2>All material published in FolkWorld is &#169 The Author via FolkWorld. Storage for private use is allowed and welcome. Reviews and extracts of up to 200 words may be freely quoted and reproduced, if source and author are acknowledged. For any other reproduction please ask the Editors for permission. Although any external links from FolkWorld are chosen with greatest care, FolkWorld and its editors do not take any responsibility for the content of the linked external websites. </font> <hr color="#0000CD"> <CENTER> <FONT FACE="Arial" SIZE=-2>FolkWorld - Home of European Music</FONT><BR> <A HREF="http://www.folkworld.eu/"><IMG SRC="../../p/fw.jpg" WIDTH="360" HEIGHT="54" BORDER="0" ALT="FolkWorld Home"></A> <BR> <FONT FACE="Arial" SIZE=-2>Layout &amp; Idea of FolkWorld &#169 <a HREF="../../fw/staff.html">The Mollis</a> - Editors of FolkWorld</FONT> </CENTER> </body> </html>